
Am Samstag, den 30. Oktober 2010, kam es auf dem Firmengelände der Firma Leibold in Künzell-Bachrain bei Schweißarbeiten zu einer Verpuffung. Dazu alarmierte die Leitfunkstelle Fulda die Freiwillige Feuerwehr Löschenrod, welche mit zwei Fahrzeugen auf dem Weg zu einer gemeinsamen Ausbildung mit dem Technischen Hilfswerk Ortsverband Fulda war.
An der Einsatzstelle angekommen wurde der Einsatzleiter der Freiwilligen Feuerwehr Löschenrod, Dominik Hörl, von einer Polizeistreife des Polizeipräsidiums Osthessens in die Lage eingewiesen.
Kurze Zeit darauf lief den 12 Einsatzkräften der Feuerwehr der sichtlich unter Schock stehende Geschäftsführer des Karosseriebetriebes entgegen. Bei der Lageerkundung durch den Einsatzleiter der Feuerwehr stellte sich heraus, dass die Verpuffung in der Werkstatt schwere Schäden verursacht hatte. Unter anderem wurden Treppen weggerissen, Regale waren umgestürzt und im hinteren Bereich der Werkstatt brannten Verpackungsmaterialien.
Zur Brandbekämpfung wurde ein Löschangriff unter Atemschutz eingeleitet. Die Wasserversorgung erfolgte über den Löschwassertank das LF 10/6 und wurde durch das vorhandene Hydrantennetz sichergestellt.
Während der medizinischen Erstversorgung durch 5 Rettungsassistenten und -sanitäter der zwischenzeitlich eingetroffenen SEG des DRK Fulda, gab der Verletzte Geschäftsführer plötzlich an, dass sich noch mehrere Personen im Gebäude befinden. Umgehend wurde ein zusätzlicher Trupp unter Atemschutz in das Gebäude geschickt, um nach den vermissten Personen zu suchen. Zeitgleich forderte Einsatzleiter Hörl das Technische Hilfswerk Fulda zur Unterstützung bei der Personensuche, Sicherung der einsturzgefärdeten Bereiche und Rettung von Personen an.
Als das Technische Hilfswerk Ortsverband Fulda, mit ihrem Führungsfahrzeug und Gerätekraftwagen, an der Schadensstelle mit 7 Einsatzkräften eintraf, waren die Löscharbeiten noch im Gange. Das THW begann unter Leitung von Florian Johannes das Gelände aufgrund der hereinbrechenden Dämmerung umfangreich auszuleuchten.
Nach der erfolgreichen Brandbekämpfung, konnte die Belüftung des Gebäudes mit einem Hochdrucklüfter eingeleitet werden. Gemeinsam setzten die Einsatzkräfte der Feuerwehr und des Technischen Hilfswerks die Personensuche fort. Die Suchmaßnahmen gestalteten sich aufgrund der Schäden schwierig und zeitaufwändig. Alle Räume und jeder Winkel des Gebäudes wurden durchsucht. Hierzu war es teilweise notwendig Leitern einzusetzen um in die höher gelegenen Teilelager und anderen Räume zu gelangen. Eine vermisste Person wurde in einer Fahrzeuggrube im Gebäude entdeckt. Da sie direkt im Zentrum der Verpuffung war, waren auch die Verletzung dieser Person als schwer einzuordnen. Bei der Rettung hatten die Einsatzkräfte gleich mit mehreren Schwierigkeiten zu kämpfen. Die Arbeiten musste unter Atemschutz durchgeführt werden da niemand wusste, ob sich noch gesundheitsgefährdende Gase in der Grube befanden. Da durch die Wucht der Verpuffung auch die Einstiegstreppe zur Grube zerstört wurde, musste eine andere Möglichkeit zur Personenrettung gefunden werden. Erschwert wurde das Ganze zusätzlich durch den auf der Grube stehenden LKW.
Ein weiterer Verletzter wurde von den Einsatzkräften auf der Lagerbühne der Werkstatt entdeckt. Da durch die Zerstörung der Treppe eine Rettung auf normalem Wege nicht möglich war, wurde ein Schnellrettungsgerüst aufgebaut und der Verletzte nach umfangreicher Erstversorgung durch den Rettungsdienst über eine „Schiefe Ebene“ abtransportiert. Im Archiv über dem Büro wurde ein dritter Verletzter gefunden. Die Verletzungen dieser Person waren so schwer, dass zur Rettung ein Leiterhebel durch das THW, unterstützt durch die Feuerwehr, aufgebaut wurde, um den Verletzen so patientengerecht wie möglich abzulassen.
Die weitere Absuche ergab, dass sich niemand mehr im Gebäude befand, so konnte die Übung nach 2,5 Stunden abgeschlossen werden. Im Anschluss trafen sich die Einsatzkräfte in der THW Unterkunft Fulda in der Ludwig-Beck-Straße 34 um den Abend gemeinsam ausklingen zu lassen.
Ziel der Übung war es, den Einsatzkräften ein gegenseitiges Kennenlernen der Technik und der verschiedenen Vorgehensweisen der jeweils anderen Hilfsorganisationen zu ermöglichen, außerdem konnte dabei die Zusammenarbeit trainiert werden. Letztlich wird so auch die Kameradschaft zwischen den Hilfsorganisationen gefördert.
Wir danken allen anwesenden Einsatzkräften der Freiwilligen Feuerwehr Löschenrod, dem Technischem Hilfswerk Ortsverband Fulda, der DRK SEG Fulda und DLRG Neuhof für Ihre Teilnahme an der Übung. Wehrführer Dominik Hörl bedankte sich bei Florian Johannes und Christian Sauer vom THW für die Ausarbeitung und einer gemeinsamen Übung in diesem Rahmen.
Ein besonderer Dank der Organisatoren dieser Übung ging an die Verantwortlichen der Firma Josef Leibold Karosserie- und Fahrzeugbau GmbH für die Bereitstellung des Übungsobjektes.